Di 29.09.
17:00
Kino
Arsenal
zu dem KalenderZu Gast: Stefanie Schulte Strathaus (Arsenal Filminstitut), Ola Staszel (Festivalleitung DOK Leipzig), Florian Wüst (Kurator), William Cardoso Plotnick (online), Wua-Ling Wu (Living Archive Resident)
Der Freiheitskampf der Menschen im Lateinamerika der 1960/70er Jahre war ein wiederkehrendes Thema politisch engagierter Filmfestivals beiderseits der Mauer. Die daraus erwachsene Verbindung zwischen Leipzig, Ost-Berlin und West-Berlin bezeugen die analogen Filmmaterialien des militanten Kinos aus Ländern wie Argentinien, Chile oder Kuba, die sich heute im Archiv des Arsenals und im Bundesarchiv befinden. Dieser besonderen Geschichte der Präsentation, des Vertriebs wie der Sicherung von Filmen, die auch aufgrund ihrer ästhetischen Radikalität große Aufmerksamkeit in der Welt des Kalten Krieges erhielten, widmet sich die diesjährige Retrospektive von DOK Leipzig, Kino und Kampf. Lateinamerika zwischen Ost und West. Das Projekt basiert auf einer in der Form erstmaligen Kooperation zwischen Arsenal Filminstitut, Bundesarchiv, DEFA-Stiftung und DOK Leipzig. Florian Wüst gibt Einblick in das Konzept der Retrospektive, diskutiert die Bedeutung der historischen wie aktuellen Beziehungen zwischen den beteiligten Institutionen und stellt ausgewählte Kurzfilme vor, die in Leipzig zu sehen sein werden.
Ola Stasziel ist seit 2026 Festivalleiterin von DOK Leipzig und war zuvor über zehn Jahre in leitender Tätigkeit beim Neiße Filmfestival. Die gebürtige Polin gehörte von 2014 bis 2025 der Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden an, ist u.a. Mitglied im Fachbeirat Film der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und Mitbegründerin und Sprecherin des sorbisch-deutschen Filmnetzwerks „Łužycafilm“. Sie ist studierte Literatur-, Film- und Politikwissenschaftlerin.
Stefanie Schulte Strathaus ist künstlerische Leiterin des Arsenal Filminstituts in Berlin. Von 2001 bis 2019 war sie Mitglied des Auswahlkomitees des Berlinale Forum, von 2006 bis 2020 Gründungsdirektorin von Forum Expanded. Sie kuratierte Ausstellungs- und Forschungsprojekte wie Living Archive – Archivarbeit als zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praxis (2010–2013) und Archive außer sich (2017–2022). 2021 initiierte sie das seither zweijährig stattfindende Festival Archival Assembly. Schulte Strathaus ist Vorstandsmitglied der FIAF, des Masterstudiengangs Film Culture an der University of Jos in Nigeria sowie des Harun-Farocki-Instituts. Sie ist (mit Vinzenz Hediger) Mitherausgeberin von Accidental Archivism: Shaping Cinema’s Futures with Remnants of the Past (2024).
Florian Wüst arbeitet als Filmkurator, Künstler und Verleger in Berlin. Er kuratiert Filmprogramme und Ausstellungen für internationale Kunstinstitutionen, Kinos und Festivals. Wüst hat bereits mehrfach mit dem Arsenal Filminstitut zusammengearbeitet, unter anderem bei Wer sagt, Beton brennt nicht? Hast du’s schon mal probiert? Westberliner Film in den 80er Jahren (2006) und Living Archive – Archivarbeit als zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praxis (2013). Er ist Kurator der diesjährigen Retrospektive der DOK Leipzig.
Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Co-Programming Session zur experimentellen Kurzfilmprogrammierung, initiiert von Wua-Ling vom Arkebara collective in Zusammenarbeit mit William Plotnick von Cinelimite, Brasilien. Arkebara ist ein von Archivar*innen geleitetes Kollektiv, dessen Schwerpunkt auf der audiovisuellen Archivierung im „Globalen Süden“ liegt. Es ging aus Gesprächen zwischen der taiwanesischen Archivarin Wu Wua-Ling, den brasilianischen Archivarinnen Luiza Rosado und Laura Batitucci sowie der indischen Filmemacherin Janhavi Asthana hervor. Angesichts gemeinsamer struktureller Herausforderungen in den jeweiligen Archivkontexten – darunter ungleiche Ressourcenverteilung, ökologische Belastungen und politische Instabilität – fragen sie, wie die normativen Archivierungspraktiken und experimentellen Methoden angesichts dieser Herausforderungen gemeinsam neu gedacht werden können.
William Cardoso Plotnick ist ein audiovisueller Archivar aus New Jersey, USA, sowie Mitbegründer von Cinelimite, einer Organisation, die sich der Erhaltung und Verbreitung seltener und wenig bekannter Werke des brasilianischen Kinos widmet. Derzeit arbeitet er im öffentlichen Archiv des Bundesdistrikts (Arquivo Público do Distrito Federal) in Brasília. Zuvor war er unter anderem bei der Cinemateca Brasileira in São Paulo, bei IndieCollect und bei The Filmmakers Co-op in New York tätig. Er hat einen Masterabschluss in Moving Image Archiving and Preservation der New York University sowie einen Masterabschluss in Filmwissenschaft der Columbia University.
Wua-Ling Wu ist eine unabhängige Forscherin, die ihren Master-Abschluss in Film+Photography Preservation and Collections Management an der Toronto Metropolitan University gemacht hat. Ihr Einstieg in die Welt der audiovisuellen Branche begann mit der Filmproduktion und entwickelte sich anschließend durch ihre beruflichen Tätigkeiten beim Taiwan Film & Audiovisual Institute, beim Canadian Filmmakers Distribution Centre und bei der Cinemateca Portuguesa – Museu do Cinema in den Bereich der Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes weiter.
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